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Sonntag, 10. Juni 2012

Tag 15 - Pirenópolis & Wasserfälle


Kirche von Pirenópolis

Ausflug nach Pirenópolis und zu den Wasserfällen
 
Alte Häuser in Pirenopolis



Pirenopolis - blaues Haus


Unser Wecker klingelt kurz vor 7 Uhr, bereits sehr früh hat sich Besuch aus Goiânia zu einem gemeinsamen Ausflug angekündigt. Mit Wanderschuhen und Badesachen ausgestattet erreichen wir in einer Stunde Pirenópolis, ein schönes altes Goldwäscher- und späteres Hippie- (und jetzt natürlich Touri-)Städtchen mit vielen kleinen bunten Häusern, netten Läden und Straßencafes.


Wir fahren durch die holprigen Pflasterstraßen der Stadt, da fängt unser Auto schon wieder an zu qualmen, die Temperaturanzeige blinkt - STOPP! Wasser tropft aus dem Auto. Der Kühler hat bei dem letzten Breakdown wohl etwas Schaden genommen. Zum Glück ist ein Automechaniker mit dabei, er meint es ist kein Problem mit dem Auto nachher wieder nach Hause zu fahren. Nur das niedrige Tempo durch die Altstadt mit Klimaanlage hat die Kühlung etwas gestresst. Wir lassen das Auto trotzdem erstmal hier stehen und fahren in zwei Gruppen  zu unserem Ziel, den Wasserfällen Cachoeira Bonsucesso. Wieder geht es über rote Sandwege und über Stock und Stein.


Pirenopolis - Wasserfall

Lagoa Azul
Wir parken an einer kleinen Farm, Hühner, Pferde und anderes Getier läuft hier herum. Hier beginnt der Aufstieg zu den Wasserfällen. Entlang von Weideflächen, steil durch den Wald und auf sonnigen Sandwegen führt der Weg uns an sechs verschiedenen kleineren, aber wunderschönen Wasserfällen vorbei. Jeder Fall ist einmalig und  besonders schön, die meisten stürzen unten in ein Becken, in dem man baden kann. Der Weg führt uns immer weiter nach oben, wir klettern über Steine, überqueren auf kleinen Hängebrücken und großen Steinen Bäche und freuen uns an der herrlichen Natur. Nach gut einer Stunde kommen wir am großen Becken (der Blauen Lagune, na ja...) des sechsten Wasserfalls ganz oben auf dem Berg an. Hier gibt es auch mehr Leute, die sich ins Wasser trauen - bei uns nur unser Brasilianer, denn das Wasser ist sehr frisch.

Töpfe auf dem Holzfeuer

Nach einer gemütlichen Pause machen wir uns an den Abstieg und stärken uns dann im kleinen Restaurant neben der Farm mit traditionellem Essen & ziemlich lauter lokaler Volksmusik von CD, die uns sehr an alpenländische Hüttenmusi erinnert, nur die Jodler fehlen :-).  Zum Abschluss gibt es noch einen Cachaça -  jahrelang im Eichenfass gelagerten Zuckerrohrschnaps vom Besitzer und dazu zum Probieren auch noch supersüße Zuckerrohrstückchen.

Die Heimfahrt mit beiden Autos verläuft ohne weitere Störung, abends gibt's schwäbischen Salzkuchen und brasilianische Köstlichkeiten.

Dann ist Packen angesagt - morgen fliegen wir über São Paulo und Curitiba 2000km weiter nach Foz de Iguaçu zu den riesigen Wasserfällen im Dreiländereck von Brasilien, Argentinien & Paraguay.







Samstag, 9. Juni 2012

Tag 14 - Shopping in Anápolis - oder Tour nach Brasília

Die Männer und Frauen gehen heute wieder getrennte Wege, die Bedürfnisse sind einfach verschieden. Die Männer sind schon zeitig auf und starten zu einem Ausflug in die Hauptstadt Brasília.

Shopping und mehr in Anápolis
Wir Frauen wollen nicht schon wieder Autofahren und bleiben vor Ort. Wir genießen das gemütliche Frühstück, räumen die Wohnung auf, versorgen die Wäsche und machen uns dann wieder auf eine kleine Einkaufstour :-) Danach puhlen wir bestimmt gut zwei Kilo Shrimps, die eine Schwester unserer Schwägerin zum Familienfest frisch vom Meer mitgebracht hatte. Unserer Schwägerin bereitet uns daraus ein köstliches Mittagessen, das wir bei einem kleinen Mittagschläfchen verdauen und anschließend zu einem Spaziergang aufzubrechen. Wir drehen eine Runde in der schön angelegten Grünanlage mit Seen, herrlichen Blumen, Bäumen, Spielplätzen und Fitnessgeräten. Da ist echt was los im Park! Habt ihr schon mal Open Air dreißig Menschen - Kinder und Erwachsene - gleichzeitig auf Trampolins mit Animateurin bei fetziger und lauter Musik hüpfen sehen? Kostenloses Fitnessangebot in der Stadt für Jedermann/frau. Tolle Idee finden wir. Wieder zu Hause waren wir gespannt, was uns die Männer von ihrem Brasília-Trip erzählen werden.


Brasília - die Retortenstadt der 50er und 60er Jahre

Wir beiden Männer machen uns früh Richtung Brasilia auf, der Hauptstadt des Riesenlandes Brasilien. Zwei Stunden Autofahrt über sehr freie und ziemlich gute Strassen. Je näher wir der Hauptstadt kommen, desto breiter werden die Strassen - und desto häufiger die riesigen Fußgänger-Überführungen, die offenbar keiner wirklich nutzt.

Fußgängerbrücken die kaum einer nutzt

Die Menschen laufen lieber ebenerdig über die sechs- bis achtspurigen Straßen....

Brasilia - Kathedrale

Auch wenn die einstmals berühmte Beton-Architektur Brasilias inzwischen etwas in die Jahre gekommen ist, beindruckt sie auch heute noch. In nur 1000 Tagen wurde die Stadt komplett aus dem Nichts mitten in Brasilien hochgezogen und 1960 in Betrieb genommen. Das Zentrum hat die Form eines Flugzeuges, am Pilotenplatz steht das Parlament.



Brasilia - Kathedrale innen
Die meisten Gebäude stammen vom brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer, der auch heute noch mit 104 Jahren in seinem Büro in Rio aktiv ist.

Brasilia - Blick vom Fernsehturm
Wir starten unsere Tour am Fernsehturm, der ziemlich genau in der Mitte des "Flugzeugrumpfes" steht. Er bietet einen kostenlosen Aufzug zur Plattform auf 75m Höhe, ein erster guter Überblick in alle Richtungen.
Zahllose kleine Shops unterhalb des Funkturms bieten eine Unzahl an Kunstartikeln und auch ordentlichem Essen - es ist Mittagszeit...


Brasilia - Baustelle Fußball-Stadion
Das Stadion für die Fußball-WM in zwei Jahren ist definitiv im Werden....

Am Turm startet auch eine zweistündige Tour mit dem offenen Doppeldecker, eine luftige Tour zu den wichtigsten Punkten. Wir sind etwas enttäuscht von der Tour, mit dem Auto hätten wir allerdings nicht den deutlich höheren Blick auf Regierungsgebäude usw. gehabt.


Brasilia - Parlamentsgebäude
Wir fahren nochmals zum Parlamentsgebäude, hier tagen Abgeordnetenhaus und Senat, die beiden Palamente Brasiliens. Es ist Samstag und zudem durch Fronleichnam ein langes Wochenende, viele Besucher (-familien) sind unterwegs. Trotzdem kommen wir in kürzester Zeit zu einer sehr interessanten, einstündigen Tour durch beide Parlamente. Der Sicherheitscheck läuft sehr schnell, eine Personen- und Taschenschleuse wie am Flughafen, meine Kamera, Handy, Geldbörse etc. liegen aber einfach auf einem Tisch zur oberflächlichen Begutachtung. 9/11 hat offensichtlich kaum Auswirkungen in Brasilien...


Brasilia - Parlament
Wir laufen durch die Lobby der beiden Häuser, sitzen auf den Abgeordnetenbänken, an denen sich die gewählten Repräsentaten per Fingerabdruck identifizieren. Es gibt weniger Plätze als Abgeordnete, jeder nimmt sich bei Sitzungen irgendeinen freien Tisch, erklärt uns unser Führer.
Im Senat steht sogar an jedem Platz ein identisches Laptop, die Maus ist ordentlich auf den Deckel gelegt, da kann sich der Bundestag was abgucken....

Die Ausfahrt mit dem Auto führt durchs Parkhaus der höchsten Repräsentanten Brasiliens, auch hier kann man einfach rumlaufen, überall zwar Kameras, aber kaum Security - kein Vergleich zu Europa !!

Nach diesem sehr relaxten Ausflug in die Politik fahren wir bei gigantischem Sonnenuntergangswetter zurück nach Anápolis.

Freitag, 8. Juni 2012

Tag 13 - Ruhetag und Shopping in Goiânia


Ausruhen, Shopping - und nochmals Familienbesuch in Goiânia

Wir gehen den Tag sehr gemütlich an - spätes & laaanges Frühstück. Die Frauen machen sich am Nachmittag  mit dem Bus auf den Weg nach Goiânia. Wir sind beeindruckt wie ordentlich - fast wie in England- sich alle Fahrgäste vor dem Bus in einer Reihe aufstellen und einer nach dem anderen seine Fahrkarte in den Automaten steckt, sich mit Kind oder großem Gepäck durch das sehr schmale Drehkreuz im Bus quetscht. Wir fragen uns, wie Schwangere oder sehr übergewichtige Menschen da unbeschadet durchpassen... Nach gut einer Stunde Fahrt kommen wir in Goiânia an und stürzen uns ins Einkaufsvergnügen im benachbarten Einkaufszentrum. Wir finden ein paar Schnäppchen und Souvenirs und fragen uns, ob wohl alles in unsere Koffer passt.

Die Männer machen es sich zu Hause gemütlich, sichten die vielen Fotos, checken E-Mails und anderes. Sie machen sich erst am späten Nachmittag auf den Weg, um das Auto in der Werkstatt abzuholen.
Der VW Fox ist wieder in Ordnung. In der Werkstatt steht verstaubt ein gepanzerter Mercedes CLK 430 - was der wohl alles schon erlebt hat !?

Zum Abendessen treffen wir uns bei der Familie in Goiânia. Wir werden wieder herzlich begrüßt, und in der Freiluftküche im Innenhof mit Spezialitäten versorgt. Ganz frische Käsebrötchen - Pão de queijo- sehr gefährlich, man kann sich daran überessen! Frischgekauftes warmes Pamonha: Maisgrießbrei mit Käse, ähnlich wie Polenta, gegart in Maisblättern, lassen wir uns auch noch schmecken. Nach diesem schönen Tag geht's mit beiden Autos nach Anápolis zurück.