Ilha Grande - eine Wanderung die länger wird als geplant
Die verschiedenen befragten Wetterdienste haben einheitlich Regen und Gewitter am Nachmittag angekündigt.
Beim Aufstehen morgens regnet es noch etwas, aber während des Frühstücks wird es immer freundlicher und heller. Badewetter ist das leider nicht.
Wir beschliessen eine kleinere Runde entlang der Nordküste, hier liegen ein früheres Lepra-Krankenhaus, das in den 40er/50er Jahren ein Gefängnis war. Ebenso ist ein Äquadukt zu bewundern, das mitten im Urwald steht und diese Station früher versorgt hat. Und es gibt wohl einige schöne Ausblicke auf die Küste und anderes.
Wir gehen los, entdecken ganze Krabbenfamilien mitten im Wald, das Lazarett ist ein ziemlich düsteres Gemäuer, die Zellen im Untergeschoss sind noch zu sehen. Das Viadukt steht mitten im Wald und ist gut erhalten.Das Wetter bleibt stabil, wir entschliessen uns, die Tour auf weitere 1,5h auszudehnen. An den Stränden soll die Möglichkeit bestehen, mit Taxi Boats wieder zurück zum Haupthafen zu fahren.
Es geht steil bergauf und steil bergab mitten durch den herrlich grünen atlantischen Regenwald. Am Strand angekommen ist keinerlei Infrastruktur vorhanden, keine Taxi Boats und eine Reservierung per Handy klappt auch nicht.
Draußen ankert ein Ausflugsboot mit einem Bootsmann. Er versteht unsere Zurufe nicht. Da bleibt dann wohl nur 2h Rückmarsch durch den Wald. Und dann kommt uns die Bootsgruppe entgegen, sie hat einen Wasserfall besucht und will der Küste entlang weiter zum Schnorcheln und würden würden uns sogar mitnehmen! Leider bedeutet der Einstieg ins Boot bis zum Bauchnabel ins Wasser zu waten, ohne Badezeug kaum zu machen. Nur unser "Brasilianer" hat seine Badesachen eingepackt, also darf er mit. Wir anderen laufen los, kurz darauf klingelt das Handy: in 1,5h Entfernung wird das Boot an einem Steg anlegen, da könnten wir zusteigen und uns den mühsamen Rückweg sparen. Wir sagen "JAA".
Aber auch die 1,5 Stunden entlang der Küste zeigen sich als echte Herausforderung: es herrscht starkes Hochwassser, statt am Sandstrand zu laufen drücken wir uns an Pflanzen vorbei durchs knietiefe Wasser, wenn mal grade das Wasser zurückfließt und waten durch grüne Urwaldflüsse, die hier am Nordufer ins Meer fliessen.
Aber wir kommen durch und freuen uns dann an der langen Rückfahrt, die Ausblicke auf die überwundene Wanderstrecke entschädigen für alle Mühen. Die unkomplizierte Hilfsbereitschaft der Brasilianer und ihrer Gäste aus Brasilien, Chile und Argentinien sind echt beeindruckend.
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